Tischtennis Tipps: Die 10 besten Tipps für Anfänger

Ich spiele jetzt schon seit vielen Jahren leidenschaftlich Tischtennis im Verein und helfe seit über 2 Jahren, den Nachwuchs unseres Vereins zu trainieren. Dabei, aber oft auch bei den Erwachsenen, sehe ich immer wieder viele Anfänger, die unbewusst ständig die gleichen Fehler machen, welche sie darin hindern, schnell besser zu werden. Hier zeige ich dir daher meine 10 besten Tipps für Anfänger, die dir dabei helfen sollen, dein Spiel zu verbessern.

Die 10 besten Tipps für Anfänger

1. Spiele nicht zu schnell und zu hart

Wenn zwei Anfänger trainieren, ist es wichtig, dass sie miteinander und nicht gegeneinander trainieren. Oft sehe ich Anfänger, die keine Ballwechsel zustande bekommen, da sie die Bälle zu schnell und zu hart spielen. Viel besser ist es, den Ball erstmal langsam zu spielen, damit der Trainingspartner genug Zeit hat, um den Ball zurückzuspielen und so ein Ballwechsel zustande kommen kann.

2. Versuche nicht zu genau zu spielen

Als Anfänger reicht es in der Regel, den Ball erstmal sicher zurück auf die Platte zu spielen. Dafür ist es wichtig, nicht gleich zu versuchen, auf die Ecken zu zielen, sondern eher einen Punkt mittig auf der Platte anzuvisieren. Dieser Tipp ist besonders wichtig für Anfänger, da diese oft Fehler machen, wenn sie versuchen zu genau zu spielen. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass der Trainingspartner den Ball zurückspielen kann, wenn er mittiger auf der Platte aufkommt. So kann dann ein längerer Ballwechsel zustande kommen.

3. Erkenne den Spin im Ball

Die meisten Anfänger, aber auch viele fortgeschrittenere Spieler, haben oft Probleme, die Rotation, die der Gegner bzw. Trainingspartner dem Ball verleiht, zu „lesen“. Der Schlüssel zum Erwerb dieser wichtigen Fähigkeit im Tischtennis ist es, den Schläger deines Gegners sorgfältig zu beobachten, wenn er den Ball berührt.

Wenn sich der Schläger deines Gegners von niedrig zu hoch bewegt und den Ball auf der oberen Hälfte trifft, ist Überschnitt (Topspin) im Ball.
Wenn sich der Schläger deines Gegners von hoch zu niedrig bewegt und den Ball auf der unteren Hälfte trifft, ist Unterschnitt (Backspin) im Ball.
Wenn sich der Schläger deines Gegners von links nach rechts bewegt, ist rechter Seitschnitt im Ball.
Wenn sich der Schläger deines Gegners von rechts nach links bewegt, ist linker Seitschnitt im Ball.

Allerdings kann der Ball auch mehrere Schnittarten (z.B. Seitunterschnitt oder Seitüberschnitt) haben.

4. Kompensiere den Spin mit deinem Schlägerwinkel

Je nachdem, welche Rotation der ankommende Ball hat, musst du deinen Schlägerwinkel anpassen, um auf den Schnitt richtig zu reagieren.

Hat der ankommende Ball Überschnitt (Topspin), solltest du deinen Schlägerwinkel je nach Stärke der Rotation etwas oder stärker schließen, da der Ball sonst am Schläger nach oben wegspringt und über die Grundlinie der Platte fliegt. Der Schläger zeigt hier also in Richtung Platte und man Trifft den Ball auf seiner oberen Hälfte.

Hat der ankommende Ball Unterschnitt, solltest du deinen Schlägerwinkel je nach Stärke der Rotation etwas oder stärker öffnen, da der Ball sonst am Schläger nach unten wegspringt und ins Netz fällt. Der Schläger zeigt hier somit in Richtung Hallendecke und man trifft den Ball auf seiner unteren Hälfte.

Ist ein rechter Seitschnitt im Ball, solltest du dein Schlägerblatt je nach Stärke der Rotation mehr oder weniger nach rechts anwinkeln, da der Ball sonst über die linke Seitenauslinie des Tisches fliegen würde. Hierbei berührt man den Ball dann links von seiner Mittellinie.

Wenn ein linker Seitschnitt im Ball ist, solltest du dein Schlägerblatt je nach Stärke der Rotation mehr oder weniger nach links anwinkeln, da der Ball sonst über die rechte Seitenauslinie des Tischtes fliegen würde. Hierbei berührt man den Ball rechts von seiner Mittelline.

Auch hier gilt, dass du den Ball erstmal nicht zu stark und schnell spielen solltest. Wichtiger ist, zunächst ein Gefühl für den Spin im Ball zu entwickeln.

5. Gehe nach jedem Schlag zurück in die Grundstellung

Viele Spieler stehen oft viel zu aufrecht und ohne Körperspannung am Tisch. Die Stellung zum Ball ist aber enorm wichtig, um einen guten Ball zu spielen und damit der Körper darauf vorbereitet ist, sich augenblicklich in jede Richtung zu bewegen.

Die Grundstellung beim Tischtennis kann man sich ähnlich wie die Bereitschaftsstellung eines Fußballtorwarts vorstellen. Folgende Punkte sind dabei zu beachten:

Die Beine sind gebeugt und das Gewicht liegt überwiegend auf den Fußballen.
Die Füße stehen etwas mehr als schulterbreit parallel auseinander, wobei die Fußspitzen Richtung Tisch zeigen.
Die Hüfte ist leicht gebeugt und der Oberkörper etwas nach vorne gebeugt.
Unter- und Oberarm bilden ungefähr einen rechten Winkel und man sollte ungefähr eine Unterarmlänge vom Tisch entfernt stehen.
Der Schläger wird etwas über Tischhöhe vor dem Körper gehalten und die Schlägerspitze zeigt Richtung Netz.

Die Grundstellung ist sehr wichtig und sollte vor jeder Aufschlagannahme und auch möglichst nach jedem Schlag wieder eingenommen werden.

6. Trainiere deine Beinarbeit

Um einen neuen Schlag zu lernen, ist es wichtig, korrekt zum Ball zu stehen. Da der Ball aber vom Trainingspartner oder Gegner nicht immer genau auf denselben Punkt zurückgespielt wird, ist eine gute Beinarbeit notwendig. Dabei müssen es nicht immer große Bewegungen sein, besonders die „kleine“ Beinarbeit wird von vielen Spielern oft vernachlässigt, ist aber mindestens genauso wichtig wie die „große“ Beinarbeit.

Um alle Beinarbeitstechniken korrekt auszuführen, sind ein paar Grundsätze zu beachten:

Das Gewicht liegt auf den Fußballen und die Hacken berühren nicht den Boden.
Die Blickrichtung ist immer nach vorne in Richtung Regner bzw. Ball.
Der Körperschwerpunkt liegt möglichst in der Mitte des Körpers und bleibt während der Bewegung immer auf derselben Ebene. Es sollte also vermieden werden, während der Bewegung den Körper auf und ab zu bewegen.

Die wohl wichtigste Beinarbeitstechnik im Tischtennis ist der Sidestep. Bei den klassischen Sidesteps bewegt man zunächst das Bein, in dessen Richtung man sich bewegen will. Sobald der Fußballen des Beins den Boden berührt hat, zieht man das andere Bein nach. Andere Beinarbeitstechniken sind der Ausfallschritt, der Sidejump, das Umspringen und der Kreuzschritt, wobei der Kreuzschritt eher für fortgeschrittene Spieler geeignet ist.

Die Beinarbeitstechniken sollten regelmäßig trainiert werden. Das geht auch ohne Schläger und Ball, wichtig aber auch, die Beinarbeitstechniken auch in Verbindung mit den Schlägen zu üben. Dabei ist es wichtig darauf zu achten, den Schlag aus der Bewegung heraus auszuführen und dass nicht erst die Bewegung und dann der Schlag ausgeführt wird. Da Tischtennis die schnellste Rückschlagsportart der Welt ist, fehlt dafür die Zeit.

7. Benutze deinen eigenen Tischtennisschläger

Es ist wichtig, sich einen eigenen Schläger zu besorgen und ihn ausschließlich zu benutzen. Jeder Schläger hat sein eigenes Spielgefühl und seine eigenen Spieleigenschaften, und du wirst sehr davon profitieren, wenn du nur einen Schläger benutzt, damit du nicht immer versuchst, dich an einen anderen anzupassen. Außerdem solltest du gut auf deinen Schläger aufpassen und ihn mit Respekt behandeln. Der Schläger sollte regelmäßig gereinigt werden und nach dem Gebrauch auch in einer Schlägerhülle oder einem Schlägerkoffer aufbewahrt werden.

Hier findest du die besten Tischtennisschläger für Anfänger.

8. Spiele nicht zu hoch

Im Allgemeinen gilt: je tiefer über dem Netz du deine Schläge platzierst, desto weniger Winkel kann dein Gegner benutzen und desto schwieriger ist es für ihn, ihn mit Kraft zu treffen. Versuche den Ball also nicht zu hoch zurückzuspielen und auch Aufschläge flach zu halten. Wichtig für Anfänger ist es aber auch, nicht zu flach spielen zu wollen. Dann wird der Ball mit hoher Wahrscheinlichkeit oft ins Netz gehen.

Tipp: Springt der Ball zu hoch ab, sollte der Schläger etwas mehr geschlossen werden. Geht der Ball ins Netz, ist es oft hilfreich, den Schläger etwas zu öffnen.

9. Benutze deinen ganzen Körper, wenn du mit der Vorhand schlägst

Achte darauf, dass du besonders bei deinen Vorhandschlägen die Bewegung nicht nur aus dem Arm ausführst, sondern deine Hüften und Schultern während des Rückschwungs nach hinten drehst und dann nach vorne in den Ball hinein gehst.

Diese Bewegung ist mit einer Verlagerung deines Körpergewichts vom hinteren Fuß auf den vorderen Fuß koordiniert. Je härter du deine Vorhand schlägst, desto kraftvoller muss die Gewichtsverlagerung sein. Ein häufiger Fehler der Vorhand ist es, den Ball nur mit dem Arm zu schlagen, was deine Kraft und Konsequenz stark einschränkt.

10. Training, Training, Training!

Wie bei jeder Sportart ist auch beim Tischtennis eine Sache unverzichtbar: das Training. Suche dir, wenn möglich, einen Trainingspartner, mit dem du regelmäßig trainieren kannst und der am besten ähnliche Ziele und ein ähnliches Spielniveau hat. Am besten ist es natürlich, in einen Tischtennisverein einzutreten. Dabei ist der Vorteil, dass die meisten Vereine einen Tischtennis-Trainer haben, der dir helfen kann, dein Spiel stark zu verbessern.

Wenn du eine neue Schlagtechnik erlernst, solltest du sie so lange wiederholen, bis du sie automatisch, ohne nachzudenken, durchführen kannst.  Wenn dein Ziel ist, an Wettkämpfen teilzunehmen und zu gewinnen, solltest du viele spielnahe Übungen und Trainingsspiele durchführen, in denen du die neu erlernten Techniken anwenden kannst. Der Schwerpunkt bei diesen Übungsspielen liegt immer noch auf der Entwicklung, nicht auf dem Gewinnen. Und wenn du dich im Wettkampf befindest, auch wenn dein Hauptziel das Gewinnen ist, kannst du immer noch eine Menge über deine Fähigkeiten und Taktiken lernen, indem du deine Spiele nach dem Ende analysierst.

Falls mal kein Trainingspartner zur Verfügung steht, kannst du die Schlagtechniken auch mit einem Tischtennisroboter trainieren. Viele Tischtennisvereine haben Roboter, mit denen du üben und trainieren kannst, oder du kannst dir einen für zu Hause besorgen und jederzeit und solange du willst üben und trainieren! Eine andere Möglichkeit ist auch ein Tischtennis-Returnboard.

Um deine Fortschritte zu erkennen, solltest du versuchen, regelmäßig mit besseren, fortgeschritteneren Spielern zu spielen.

Fazit

Um besser zu werden, musst du viel Zeit und Kraft in das Training investieren. Doch das klingt jetzt schlimmer als es tatsächlich ist, denn wer mit viel Leidenschaft und Spaß trainiert, und dabei auch noch regelmäßig zum Training geht, wird schon bald die ersten Fortschritte erzielen. Wenn du diese 10 Schritte befolgst und immer im Hinterkopf behälts, solltest du schnell Fortschritte erzielen können! Versuche aber nicht beim nächsten Training gleich jeden Tipp gleichzeitig umzusetzen, sondern konzentriere dich erstmal auf 1-2 Tipps und setze diese erstmal um. Erst wenn du die 1-2 Tipps verinnerlicht hast, kannst du die nächsten 1-2 Tipps umsetzen. So kannst du Schritt für Schritt dein Spiel verbessern und auf ein neues Level heben. Gehe es lieber langsamer an. Bruce Lee sagte mal:

„Ich fürchte nicht den Mann, der 10.000 Kicks einmal geübt hat, aber ich fürchte mich vor dem, der einen Kick 10.000 Mal geübt hat.“

 

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