Der Materialspezialist Firestorm Green Storm Edition Test

Der Firestorm Green Storm Edition ist ein neuer Kurznoppenbelag von Der Materialspezialist. Er wurde auf Basis des normalen Firestorm entwickelt und ähnelt diesem auch sehr stark. Wie der Name aber schon sagt, ist er in grün und auch wirklich nur in der Farbe grün erhältlich.

Farbige Tischtennisbeläge sind seit Oktober 2021 offiziell zugelassen. Spielt sich der grüne Firestorm anders als der normale oder ist er einfach nur der Firestorm in einer anderen Farbe? Ich habe beide Beläge für euch getestet und stelle euch hier die Eigenschaften des Firestorm Green Storm Edition vor.

Überblick über den Firestorm Green Storm Edition


BelagartKurze Noppen
MarkeDer Materialspezialist
SpielausrichtungAllround - Offensiv
Verfügbare SchwammstärkenOX / 1,5 mm / 1,8 mm / 2,1 mm
SchwammhärteHart
NoppengeometrieNoppenlänge: ca. 1 mm
Noppendurchmesser: ca. 2 mm
Horizontale Ausrichtung
konisch geformt
Schwammfarbegrün
Testexemplar2,1 mm Acid Grün
Holz: Butterfly Primorac
anderer Belag: Dr. Neubauer Killer 1,5 mm
Gewicht (ungeschnitten)63 Gramm
Gewicht (geschnitten)41 Gramm


Über mich

Ich spiele seit über 11 Jahren Tischtennis und bin vor 3 Jahren auf kurze Noppen auf der Rückhand umgestiegen. Seitdem habe ich bereits eine kurze bis mittellange Noppen ausprobiert, darunter den Friendship 802-40, der Dr. Neubauer Killer, der Yasaka Rakza PO und der Xiom Vega SPO.

In den kommenden Monaten und Jahren habe ich vor, weitere kurze, mittellange und lange Noppen zu testen. Vor kurzem habe ich bereits den Tibhar Grass D.TecS in der Farbe grün getestet und dabei auf der anderen Seite den normalen Firestorm von Der Materialspezialist gespielt.

Diese Kombination aus langer und kurzer Noppe fand ich überraschend gut. Insbesondere der Firestorm hat mich sehr überzeugt, weshalb ich unbedingt den Firestorm in der Green Edition ausprobieren wollte.

Testverfahren

Den Firestorm Green Edition habe ich in der Schwammstärke 2,1 mm in der Farbe Grün auf dem Butterfly Primorac Off- Holz getestet. Er ist auch nur in dieser Farbe erhältlich. Auf der Andere Seite des Holzes ist der Dr. Neubauer Killer in der Schwammstärke 1,5 mm. Die Beläge habe ich mit dem Revolution 3.0 Kleber auf dem Holz befestigt. Getestet habe ich beide Beläge inzwischen über 20 Stunden lang.

Material

Der Firestorm Green Storm Edition ist ein kurzer Noppenbelag mit glatten Noppen. Er hat sehr flache breite Noppen, die knapp einen mm lang sind. Der Noppendurchmesser beträgt ungefähr 2 mm. Die Noppen sind horizontal angeordnet.

Dabei befinden sich in horizontaler Richtung 10 Noppen pro 3 cm auf dem Belag und in vertikaler Richtung 6 Noppen pro 3 cm. Die Noppen sind konisch geformt, werden also nach unten hin dicker.

Der grüne Schwamm des Belags fühlt sich sehr hart an, sogar noch deutlich härter als der normale Firestorm. Auffällig ist natürlich auch die Farbe der Noppen. Der Firestorm Green Edition ist einer der wenigen Noppenbeläge, die es bereits in einer anderen Farbe als rot und schwarz gibt.

Im Vergleich zum Tibhar Grass D.TecS ist das Obergummi des Firestorm Green Storm in einem etwas dunkleren und milderen grün gehalten.

Spieleigenschaften

Erste Eindrücke

Ich kam vom ersten Moment an mit dem Belag sehr gut klar. Das lag vermutlich auch daran, dass ich vorher schon den normalen Firestorm gespielt habe. Vom Gefühl her spielten sich beide Beläge zunächst sehr ähnlich, und zwar sehr noppen-innen-ähnlich. Allerdings muss der Schläger beim Schlagen schon etwas weiter geöffnet werden.

Kontern, Blocken & Störeffekt

Das Einkontern mit dem Firestorm Green Edition funktioniert sehr noppen-innen-ähnlich und ohne Probleme. Der Belag ist insgesamt ziemlich schnell, weshalb ich nicht viel Kraft aufwenden musste, um den Ball zurückzuspielen.

Egal ob mit der Vorhand oder der Rückhand, ich konnte den Ball fast immer sehr platziert und sicher rüber spielen. Der Belag machte genau, was ich will. Die Gegner hatten auch meisten keine Probleme den Ball beim Einkontern zurückzuspielen. Der Belag entwickelt nur einen sehr geringen Störeffekt.

Das Vorhand Blocken mit dem Firestorm Green Edition war anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, da sich der Belag wirklich sehr hart spielt. Passive Blocks müssen daher sehr gut getimet sein und der Schlägerwinkel richtig eingestellt sein.

Der Belag ist nämlich auch relativ schnittempfindlich. Mit der richtigen Technik und ein wenig Übung konnte ich aber auch nach einiger Zeit auch passive Blocks häufig sicher spielen. Dabei hatte der Gegner aber meistens keine Probleme, den Ball weiter anzugreifen.

Aktive Blocks – sowohl auf der Vorhand als auch auf der Rückhand – fühlten sich dagegen von Anfang an sehr solide an. Mit einem schnellen Handgelenkseinsatz und einem Balltreffpunkt am höchsten Punkt der Flugbahn konnte ich sehr sehr schnelle Blockbälle erzeugen.

Diese waren für die Gegner sehr schwer zu retournieren, was nicht nur an dem hohen Tempo sondern auch an der sehr flachen Flugbahn lag. Die Bälle tauchten teilweise sehr eklig ab.

Tischnahes Spin- & Schussspiel

Das tischnahe Spin- und Schussspiel ist meiner Meinung nach das, was den Belag auszeichnet. Bei dem normalen Firestorm war ich bereits sehr überrascht, dass er ein ziemlich hohes Spinpotenzial bei Unterschnittbällen hat. Das zeigte sich auch bei der grünen Edition. Mit viel Handgelenkeinsatz ausgeführte Schupfbälle wurden von meinen Gegnern häufig unterschätzt und ins Netz gesetzt.

Auch Topspins können mit diesem Belag gespielt werden, aber natürlich mit weniger Spin als mit noppen-innen-Belägen. Doch auch das muss nicht unbedingt ein Nachteil sein, da die Gegner den Spin hier häufig überschätzten, wenn ich eine Topspinbewegung machte.

Bei einem Eröffnungs“topspin“ auf Unterschnitt musste ich darauf achten, dass der Ball keine zu hohe Flugkurve bekommt und auch gut platziert ist. Denn insbesondere stärkere Spieler, die wissen, dass der „Topspin“ nicht viel Spin haben kann, können ihn sonst leicht einschießen.

Wenn man es jedoch schafft, in eine gute Position zu kommen und der Gegner gezwungen wird einen etwas schwächeren und höheren Ball zurückzuspielen, kommt die große Stärke des Belags zum Tragen:

Das Schussspiel bzw. das aggressive Nachgehen mit diesem Belag ist der Hammer. Der Firestorm Green Edition hat gefühlt eine noch etwas höhere Durchschlagskraft als der normale Firestorm. Die Kontrolle leidet darunter aber nicht. Ich konnte fast jeden Schuss sehr genau platzieren.

Halbdistanz

In der Halbdistanz hatte ich zunächst meine Probleme, was einerseits daran lag, dass ich fast ausschließlich tischnahe agiere. Andererseits fehlt dem Belag für gefährliche Angriffe von weiter hinten aus meiner Sicht das Spinpotenzial.

Das Tempo ist zwar vorhanden, aber von weiter hinten zu schießen ist nicht immer eine optimale Lösung. Topspinähnliche Schläge konnte ich zwar mit weit geöffnetem Schläger auch spielen, diese waren für die Gegner aber nicht wirklich gefährlich.

Dafür überzeugte der Firestorm Green Edition genau wie der normale Firestorm überraschenderweise auch in der Unterschnittabwehr. Ich konnten einen enormen Unterschnitt erzeugen, den fast niemand in meiner Spielstärke angreifen konnte.

Aufschlag- und Rückschlagspiel

Im Aufschlagspiel war ich besonders gespannt, ob der Firestorm Green Edition genau stark wie der normale Firestorm sein würde. Und ich wurde nicht enttäuscht. Das Spinpotential, insbesondere bei Rückhand Unterschnittaufschlägen, ist für eine kurze Noppe sehr gut. Sehr viele Spieler unterschätzten den Spin und die sehr flache Flugkurve und setzten den Ball ins Netz.

Bei den Rückschlägen muss man beachten, dass der Firestorm (egal in welcher Variante) doch relativ schnittempfindlich ist. Der Schlägerwinkel muss daher richtig eingestellt werden. Wenn man dies aber macht, kann jeder Ball gefährlich zurückgespielt werden.

Insbesondere Flips fand ich mit dem Firestorm Green Edition sehr gefährlich und auch deutlich einfacher zu spielen als beispielsweise mit Noppen-Innen-Belägen.

Fazit und Vergleich

Der Firestorm in der Green Edition ist aus meiner Sicht ein sehr guter kurze Noppen Belag für tischnah offensiv agierende Spieler. Es ist ein typischer Konter-, Block- und Schussbelag und dafür ist er der beste Kurznoppenbelag, den ich bislang getestet habe.

Das Gute ist zudem, dass er sowohl auf der Vorhand als auch auf der Rückhand sehr gut gespielt werden kann. Spieler, die den Schläger im Spiel auch gerne mal drehen, sind deshalb sehr variabel.

Da sich der Belag ähnlich wie ein Noppen-Innen-Belag spielt ist er auch gut für Spieler geeignet, die auf kurze Noppe umsteigen möchten. Jedoch sollte man bereits genau wie beim normalen Firestorm bereits ein gewisses Spielniveau erreicht haben, da der Firestorm Green Edition auch ein sehr schneller Belag ist.

Im Vergleich zum normalen Firestorm ist er vielleicht sogar noch einen Hauch schneller und vor allem durchschlagskräftiger. Das Spinpotential ist aus meiner Sicht genauso hoch wie beim normalen Firestorm. Für eine kurze Noppe ist das Spinpotential sehr hoch, insbesondere bei Unterschnittbällen, die auch sehr schnell runterfallen.

Der Materialspezialist Firestorm Green Storm Edition

8.9

Kontern, Blocken & Störeffekt

9.0/10

Tischnahes Spin- und Schussspiel

9.3/10

Halbdistanz

7.8/10

Aufschlag- & Rückschlagspiel

9.5/10

Vorteile

  • Blocken, Kontern und Schießen
  • Sehr schneller Belag
  • Hohes Spinpotential für eine kurze Noppe
  • Ideal für Vorhand und Rückhand

Nachteile

  • Relativ Schnittempfindlich
Seit meiner Kindheit spiele ich leidenschaftlich Tischtennis im Verein. Als Spieler, Mannschaftsführer und Trainer konnte ich wertvolle Erfahrungen sammeln. Diese möchte ich an euch anhand von Tipps weitergeben.

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