Xiom Vega SPO Test

Xiom Vega SPO

8.6

Kontern, Blocken & Störeffekt

9.0/10

Tischnahes Spin- und Schussspiel

9.5/10

Halbdistanz

7.0/10

Aufschlag- & Rückschlagspiel

8.7/10

Vorteile

  • Einfach zu beherrschen
  • Sehr hohe Kontrolle
  • Tischnah sehr variabel einsetzbar
  • Gefährliche Angriffsbälle

Nachteile

  • Auf der Vorhand schwerer zu beherrschen
  • Relativ wenig Spinpotenzial

Der Vega SPO ist der erste kurze Noppen Belag der Xiom Vega Reihe. Er ist in Japan einer der am meisten verkauften kurze Noppen Beläge.

Laut Hersteller Xiom ist es ein Belag für aggressive tischnahe Kurznoppenspieler, die einen schnellen, dynamischen und spinfreudigen Belag suchen, der dabei auch noch einen kleinen Störeffekt hat.

Durch den Tensor Belag mit der Hyper Elasto Tensor Technologie von Xiom und der speziellen Noppengeometrie soll der Spin des neutralisiert werden und extreme aggressive Geschwindigkeiten für das tischnahe Spiel geboten werden. Der Vega SPO ist so konzipiert, dass die Aggressivität maximiert sein soll, bei gleichzeitig einfacher Kontrolle.

Überblick über den Xiom Vega SPO


BelagartKurze Noppen
MarkeXiom
SpielausrichtungOffensiv
Verfügbare Schwammstärken2,0 mm / 2,3 mm
SchwammhärteMedium (43°)
NoppengeometrieVertikale Ausrichtung
SchwammfarbeSchwarz
Testexemplar2,0 mm
Holz: Donic Persson Powerallround
anderer Belag: Andro Hexer Powergrip 2,1 mm
Gewicht (ungeschnitten)50 Gramm
Gewicht (geschnitten)33 Gramm


Über mich

Ich spiele seit mehr als 12 Jahren Tischtennis im Verein, aktuell auf Bezirksklasseniveau. Seit 2 Jahren spiele ich kurze Noppen auf der Rückhand und bin damit sehr zufrieden. Ich habe bereits einige kurze bis mittellange Noppen getestet und gespielt, darunter der Friendship 802-40, der Dr. Neubauer Killer und der Yasaka Rakza PO. In der kommenden Zeit werde ich noch mehr kurze, mittellange und auch lange Noppenbelöge testen und euch auch einige Tipps geben, wie man mit und gegen Noppen spielt. Zunächst aber habe ich in den letzten Wochen den Xiom Vega SPO getestet und stelle euch hier meine Eindrücke vor.

Testverfahren

Den Xiom Vega SPO klebte ich mit der Schwammstärke 2,0 mm (schwarz) auf das Donic Persson Powerallround Holz. Auf der anderen Seite spielte ich den Andro Hexer Powergrip in der Schwammstärke 2,1 mm. Die Materialien wurden mir von meinem Partner TT-Shop zur Verfügung gestellt. Getestet habe ich den Vega SPO inzwischen über 20 Stunden lang.

Material

Der Belag wird in einem Pappkarton geliefert. Auf seiner Rückseite stehen ein paar interessante Eigenschaften des Belags. Hier ist beispielsweise beschrieben, dass der Belag für einen aggressiven, tischnahen Spielstil für fortgeschrittene Spieler geeignet ist.

Beim Auspacken sticht ein etwas unangenehmer Geruch hervor, welcher sich aber mit der Zeit verflüchtigt. Auffällig ist auch, dass der Belag sich sehr stark wellt. Mein Testexemplar hat einen 2,0 mm dicken komplett schwarzen Schwamm. Die Schwammhärte ist medium (43°). Durch die relativ weichen Noppen und das elastische Obergummi ist das Spielgefühl etwas weicher.

Die Noppen auf dem Belag sind vertikal ausgerichtet. Es befinden sich in vertikaler Richtung 10 Noppen pro 3 cm auf dem Belag und 6 Noppen pro 3 cm in horizontaler Richtung. Die Noppenlänge beträgt 1 mm und der Durchmesser der Noppen 2mm. Der Abstand zwischen den Noppen ist mit ca. 0,7 mm in vertikaler Richtung und 3,5 mm in horizontaler Richtung ziemlich gering. Die Noppen sind

Ungeschnitten wiegt der Belag 50 Gramm, zugeschnitten auf dem Donic Persson Powerallround Holz 33 Gramm.

Spieleigenschaften des Vega SPO

Erste Eindrücke

Beim ersten Tippen eines Balles auf dem geklebten Belag fühlte sich der Belag sehr schnell an und man merkte einen großen Katapulteffekt. Der Ball sprang relativ hoch ab. Das Spinpotenzial war dagegen eher bescheiden.

Kontern, Blocken & Störeffekt

Beim Einkontern fühlt sich die Noppe überraschenderweise trotz der hohen Schwammstärke sehr kontrolliert und nicht zu schnell an. Die Bälle können fast wie mit einem Noppen Innen Belag geschlagen werden.

Das Blocken ist mit dem Vega SPO sehr einfach. Da der Belag relativ schnittunempfindlich und auch nicht zu schnell ist, kann man sich ganz auf die Platzierung des Blocks konzentrieren. Beim Blocken kann man sehr gut zwischen aktiven und passiven Blocks variieren und den Ball auch mal in verschiedenen Phasen seiner Flugbahn treffen (in der aufsteigenden Phase, am höchsten Punkt oder auch mal in der fallenden Phase). Hier ist der Belag sehr fehlerverzeihend. Aktive Blocks sind jedoch auf jeden Fall deutlich gefährlich als passives „Hinhalten“ und sollten daher die bevorzugte Blocktechnik sein. Bei passiven Schlägen springt der Ball nämlich schnell mal zu hoch ab und wird eine Einladung für den Gegner.

Je nachdem, wie und wann man den Ball trifft, entwickelt er auch einen geringen Störeffekt, da der Ball schneller runterfällt als bei Noppen-Innen-Belägen. Beim Einsatz auf der Vorhand kommt der Störeffekt beim Blocken stärker zur Geltung. Auf der Rückhand ist er aber relativ gering ausgeprägt.

Bewertung: 9/10

Tischnahes Spin- & Schussspiel

Von dem Rückhand-Angriffsspiel mit dem Vega SPO war ich sehr überrascht. Egal wie viel Unterschnitt der gegnerische Ball hat, ich konnte ihn meistens sicher über das Netz befördern. Hierbei konnte ich den Ball fast mit der klassischen Rückhand Topspin-Bewegung, aber mit etwas mehr geöffnetem Schlägerblatt spielen. Viel Spin bekommen die Bälle jedoch nicht. Stattdessen können mit ein wenig Übung aber sehr platzierte, flache und schnelle Angriffe gespielt werden. Der der Belag sehr schnittunempfindlich ist, kann man den Spin des Gegners in gewisser Weise ignorieren und durch den Ball schlagen. Höhere Bälle können auch problemlos eingeschossen werden. Insgesamt überzeugte mich die hohe Konstanz, mit der auch sehr riskante Rückhand-Angriffe auf der gegnerischen Tischhälfte landeten.

Auch ein Vorhand-Eröffnungstopspin lässt sich mit der Noppe problemlos spielen. Das Nachgehen auf den Blockball des Gegners erweist sich dagegen als schwerer und der Ball geht oft ins Netz. Insgesamt würde ich den Belag daher als Rückhand-Belag empfehlen (zumindest für Spieler, die auf der Vorhand jahrelang noppen-innen-Beläge gespielt haben).

Bewertung: 9,5/10

Halbdistanz

Angriffe aus der Halbdistanz waren für mich nur relativ schwer zu spielen. Der Ball ging oft ins Netz. In der Halbdistanz bliebt mir daher eigentlich nichts Anderes übrig, als abzuwehren. Abwehrschläge können aber relativ sicher und auch sehr platziert und lang an die Grundlinie gespielt werden.

Hierbei kann durch starken Handgelenkseinsatz auch ein überraschend starker Unterschnittball erzeugt werden.

Mit der richtigen Technik, etwas Übung und einem stark geöffneten Schlägerwinkel kann man aber auch sicherlich mit dem Vega SPO von weiter hinten angreifen. Insgesamt ist der Vega SPO aus meiner Sicht aber ganz klar ein tischnaher Angriffsbelag.

Bewertung: 7/10

Aufschlag- & Rückschlagspiel

Im Aufschlag- und Rückschlagspiel hat der Belag seine Licht- und Schattenseiten. Einerseits ist er sehr schnittunempfindlich, weshalb auch Aufschläge mit viel Schnitt mit Flips oder „Topspins“ angegriffen werden können.

Andererseits kann der Belag selber auch nur wenig Schnitt erzeugen. Daher ist es sehr schwierig, kurze Aufschläge mit viel Unterschnitt zu spielen. Am liebsten spiele ich daher sehr schnelle und lang platzierte Bälle, um den nächsten Ball gleich angreifen oder blocken zu können.

Bei kurzen Rückschlägen kann gleichermaßen nur wenig Schnitt erzeugt werden. Daher muss darauf geachtet werden, dass man den Ball sehr gut platziert und wirklich kurz hält. Ansonsten wird es eine Einladung für den Gegner.

Bewertung: 8,7/10

Fazit und Vergleiche

Der Xiom Vega SPO ist eine sehr interessante kurze Noppe. Ich habe das Gefühl, dass ich sein volles Potenzial noch nicht ausschöpfen konnte und dass es dazu ein wenig Übung und Erfahrung braucht. Doch auch jetzt schon ist der Vega SPO eine starke Waffe, die denke ich auch für Anfänger oder Umsteiger auf kurze Noppen auf der Rückhand gut geeignet ist. Auf der Vorhand ist er dagegen aus meiner Sicht etwas schwieriger zu spielen, was aber auch daran liegen kann, dass ich die letzten Jahre Noppen fast ausschließlich auf der Rückhand gespielt habe. Nichtsdestotrotz finde ich beispielsweise den Yasaka Rakza PO auf der Vorhand deutlich einfacher zu spielen.

Auch in der Schwammstärke 2,0 mm fühlt sich der Belag nicht zu schnell und unkontrolliert an. Er eignet sich vor allem für das klassische Kurznoppenspiel mit Konterbällen, Blocks und Schüssen. Auch Topspins können gespielt werden, allerdings mit nur sehr wenig Spin. Unterschnitt konnte ich mit dem Vega SPO nur relativ wenig erzeugen. Nur mit sehr starkem Handgelenkseinsatz konnte ich einigermaßen viel Spin erzeugen. Der Yasaka Rakza PO hat gefühlt ein höheres Spinpotenzial und ist schneller und unkontrollierter. Dafür erzeugt der Vega SPO einen etwas höheren Störeffekt als der Rakza PO. Dieser ist aber immer noch sehr gering ausgeprägt, insbesondere wenn man ihn mit dem Dr. Neubauer Killer vergleicht.

Preislich liegt der Vega SPO mit ca. 40 € im normalen Preisniveau. Dieses Geld ist er auch auf jeden Fall wert. Und Noppenbeläge sind ja auch länger haltbarer als Noppen-Innen-Beläge.