Yasaka Rakza PO Test

Yasaka Rakza PO

8.4

Kontern, Blocken & Störeffekt

9.5/10

Tischnahes Spin- und Schussspiel

9.0/10

Halbdistanz

7.0/10

Aufschlag- & Rückschlagspiel

8.2/10

Vorteile

  • Hohes Tempo
  • Guter Spin
  • Variabel in Vorhand und Rückhand einsetzbar

Nachteile

  • Für Anfänger schwer zu beherrschen

Der Yasaka Rakza PO ist der kurze Noppen Belag des Vizeweltmeisters von 2019: Mattias Falck. Laut Hersteller ist der Belag besonders spinfreudig und besteht zu einem großen Teil aus Naturkautschuk. Wenn sogar ein Tischtennis Vizeweltmeister den Belag benutzt, muss ich ihn auch unbedingt mal testen. Das werde ich nun tun und euch hier einen ausführlichen Testbericht schreiben.

Überblick über den Rakza PO


BelagartKurze Noppen
MarkeYasaka
SpielausrichtungAll+/Off-
Verfügbare Schwammstärken1,8 mm / 2,0 mm / max
SchwammhärteMedium-hard (40°)
NoppengeometrieHorizontale Ausrichtung
SchwammfarbeBeige
Testexemplar1,8 mm
Holz: Donic Persson Powerallround
anderer Belag: Andro Hexer Powergrip 2,1 mm
Gewicht (ungeschnitten)51 Gramm
Gewicht (geschnitten)35 Gramm


Über mich

Ich spiele seit über 10 Jahren Tischtennis und bin vor 2 Jahren auf kurze Noppen auf der Rückhand umgestiegen. Seitdem habe ich einige kurze bis mittellange Noppen ausprobiert, darunter den Friendship 802-40 und den Dr. Neubauer Killer. Der Friendship ist einer der klassischen chinesischen kurze Noppen Beläge, die besonders gut für den Umstieg von Noppen Innen auf kurze Noppen geeignet sind. Der Killer spielt sich dagegen mehr wie ein mittellanger Belag, kann weniger Spin erzeugen, entwickelt dafür aber einen spürbaren Störeffekt. In den kommenden Monaten und Jahren habe ich vor, einige kurze, mittellange und auch lange Noppen zu testen. Der Yasaka Rakza PO macht nun den Anfang.

Testverfahren

Den Yasaka Rakza PO habe ich in der Schwammstärke 1,8 mm (schwarz) auf dem Donic Persson Powerallround Holz getestet, zusammen mit dem Andro Hexer Powergrip (2,1 mm). Die Beläge habe ich mit dem Revolution 3.0 Kleber auf dem Holz befestigt. Getestet habe ich den Belag über 20 Stunden lang.

Material

Der Yasaka Rakza PO wird in einem Pappkarton geliefert, auf welchem auf der Rückseite die wichtigsten Eigenschaften des Belags laut Hersteller beschrieben sind.

Die Noppen auf dem Belag sind horizontal ausgerichtet, was die Spinfreudigkeit des Belags verstärken soll. Dabei befinden sich 10 Noppen pro 3 cm in horizontaler Richtung auf dem Belag und 6 Noppen pro 3 cm in vertikaler Richtung. Die Noppenlänge beträgt 1 mm und der Durchmesser der Noppen 2mm. Der Abstand zwischen den Noppen ist mit ca. 0,8 mm in horizontaler Richtung und 3 mm in vertikaler Richtung relativ gering. Die Noppen sind leicht konisch geformt, werden also nach unten hin etwas dicker.

Ungeschnitten wiegt er 51 Gramm und geschnitten auf dem Donic Persson Powerallround 35 Gramm.

Der Belag fühlt sich qualitativ sehr hochwertig an, riecht aber etwas streng. Er hat eine sehr glänzende Oberfläche. Mein Testexemplar hat einen 1,8 mm dicken beigefarbenen Schwamm mit einer Schwammstärke von 40°, wobei sich der Schwamm ziemlich weich anfühlt.

Spieleigenschaften des Rakza PO

Kontern, Blocken & Störeffekt

Kurze Noppen werden von vielen Spielern aufgrund ihrer guten Konter- und Blockeigenschaften eingesetzt. Daher war ich insbesondere gespannt, wie sich die laut Hersteller sehr spinnige und schnelle kurze Noppe beim Kontern und Blocken verhalten würde.

Das Einkontern gestaltet sich überraschend einfach und kontrolliert und fühlt sich fast wie mit einem Noppen Innen Belag an. Den Schläger muss dabei stärker geschlossen werden als bei anderen kurzen Noppen. Das gilt sowohl für Vorhand- als auch Rückhandkonterbälle.

Zu beachten ist jedoch, dass der Belag sehr schnell ist, selbst in der kleinsten verfügbaren Schwammstärke und auf dem relativ langsamen Allround+ Holz. Mit nur kleinen Handgelenksbewegungen kann bereits ein sehr schneller Ball erzeugt werden und bei etwas schnelleren und längeren Bewegungen war ein Ball in Lichtgeschwindigkeit das Resultat. Das hat auch dazu geführt, dass ich den Ball manchmal über den Tisch hinauskatapultiert habe.

Beim Blocken kann aufgrund des hohen Tempos auch ein sehr gefährlicher Ball erzeugt werden. Wichtig ist dabei, den Ball am höchsten Punkt seiner Flugbahn und nicht zu stark zu treffen. Wenn man den Ball nicht perfekt trifft oder den Schlag falsch dosiert, fliegt der Ball sonst wo hin. Wichtig sind daher vor allem eine gute Beinarbeit und auch eine gute Antizipation, um immer gut zu dem Ball zu stehen. Besonders bei sehr spinnigen Topspins muss das Schlägerblatt beim Blocken auch stark geschlossen werden, fast so stark wie bei Noppen Innen Belägen.

Passive Blocks zu spielen ist auch möglich. Dabei muss aber darauf geachtet werden, den Schlägerwinkel richtig einzustellen, da sonst ein langsamer und zu hoher Ball rauskommt, den der Gegner abschießen kann. Eine Schnittumkehr bzw. ein Störeffekt war dabei auch nur in geringem Maße zu erkennen. Wer eine kurze bis mittellange Noppe mit hohem Störeffekt sucht, sollte eine andere Noppe wählen, wie z.B. den Dr. Neubauer Killer.

Bewertung: 9,5/10

Tischnahes Spin- & Schussspiel

Tischnahe Rückhand Topspins zu spielen ist überraschend einfach, wenn man den Ball nicht zu spät trifft. Testen wollte ich den Yasaka Rakza PO vor allem auf der Rückhand als Block- und Konterbelag, da ich auf der Vorhand lieber topspinorientiert mit einem Noppen Innen Belag agiere.

Der Vizeweltmeister Mattias Falck verwendete sie jedoch auf der Vorhand, weshalb ich das auch auf jeden Fall ausprobieren musste. Und ich war sehr überrascht, wie einfach das Vorhand-Topspinspiel mit dieser kurzen Noppe ist.

Insbesondere die Eröffnung auf Unterschnitt mit einem weichen Topspin geht sehr gut, und der Ball bekommt dabei eine schöne hohe Flugkurve. Auch das Nachgehen auf Blockbälle mit weicheren Topspins ist einfach.

Im Vergleich zu noppen Innen Belägen kann man mit diesem Belag natürlich weniger Spin erzeugen, dafür finde ich die Kontrolle und Konstanz bei den Topspins sogar fast noch besser als mit den meisten Noppen Innen Belägen, die ich bislang benutzt habe. Fast jeder Ball landete auf dem Tisch, wovon ich doch sehr überrascht war.

Das Nachgehen mit Schuss oder druckvollem Topspin ist auch problemlos möglich. Dabei bekommt der Ball jedoch eine sehr flache Flugbahn, wodurch man aufpassen muss, dass er nicht ins Netz geht. Kommt er jedoch auf der gegnerischen Tischhälfte an, wird der Gegner durch den schnellen und flachen Ball vor große Herausforderungen gestellt.

Das für kurze Noppen Beläge typische „Durchschlagen“ von Unterschnittbällen erwies sich jedoch aufgrund des hohen Tempos des Belags als sehr schwer. Wenn der Schlägerwinkel nur etwas falsch eingestellt war, ging der Ball sonst wo hin. Daher würde ich mit diesem Belag empfehlen, auf lange Unterschnittbälle eher mit weicheren Topspinangriffen zu reagieren.

Bewertung: 9/10

Halbdistanz

Auch in der Halbdistanz lässt sich besonders mit Vorhand Topspins überraschend solide agieren. Sehr entscheidend ist hierbei aber, den Schläger sehr weit zu öffnen, ansonsten geht der Ball sofort ins Netz.

Bei der Unterschnittabwehr weit vom Tisch entfernt hatte ich aufgrund des hohen Tempos des Belags eigentlich keine großen Erwartungen. Umso überraschter war ich, dass die Abwehrschläge meistens auf dem Tisch landeten. Mit viel Handgelenkseinsatz lässt sich ein enormer Unterschnitt erzeugen. Jedoch ist der Rakza PO ganz klar kein Abwehrbelag und sollte am besten für tischnahe Angriffe verwendet werden.

Bewertung: 7/10

Aufschlag- & Rückschlagspiel

Durch viel Handgelenkseinsatz kann mit diesem kurze Noppen Belag bei Aufschlägen einiges an Unterschnitt erzeugt werden, welcher von meinem Gegner manchmal unterschätzt wurde.

Auch lange schnelle Rollaufschläge sind mit dem Yasaka Rakza PO sehr gefährlich. Mit der richtigen Technik kann man diese Bälle nicht nur enorm schnell, sondern vor allem auch flach spielen. Jedoch muss man hier auch sehr aufpassen, nicht zu viel Power in den Aufschlag zu geben, da er sonst

Rückhand Flips und druckvolle lange Schupfbälle auf kurze Unterschnitt- bzw. Seitschnittbälle lassen sich einfach spielen. Dabei ist deutlich zu erkennen, dass der Belag schnittunempfindlicher ist als Noppen Innen Beläge, aber nicht so schnittunempfindlich wie andere Noppen.

Etwas schwieriger gestaltet sich aufgrund des sehr hohen Tempos des Belags das kurze Spiel. Nur mit einem sehr lockeren Handgelenk konnte ich auch einen kurzen Rückschlag spielen.

Bewertung: 8,2/10

Fazit & Vergleiche

Insgesamt war ich sehr positiv überrascht von dem Yasaka Rakza PO und kann verstehen, warum Mattias Falck mit diesem Belag Vizeweltmeister geworden ist 🙂 . Ich kann mir sogar vorstellen, ihn als meinen neuen Wettkampfbelag auf der Rückhand zu verwenden.

Die am meisten herausstechende Eigenschaft des Yasaka Rakza PO ist sein enormes Tempo. Er ist der schnellste Belag, mit dem ich bislang gespielt habe. Daher würde ich ihn auch eindeutig vom Spielsystem der Offensive zuordnen. Im Vergleich zu den anderen kurzen Noppen, die ich bisher gespielt habe, liegt das Spinpotential im oberen Bereich. Der Friendship 802-40 spielt sich noch viel mehr wie ein Noppen-Innen Belag und kann deutlich mehr Spin erzeugen als der Yasaka PO. Der Yasaka PO kann dagegen deutlich mehr Spin erzeugen als der Dr. Neubauer Killer, welcher sich mit seinen vertikalen Noppen eher wie mittellange Noppen spielt.

Für Anfänger ist der Belag aufgrund des sehr hohen Tempos, selbst in der niedrigsten Schwammstärke 1,8 mm und auf einem langsameren Allroundholz, vermutlich zu schwer zu kontrollieren. Wenn du jedoch schon länger Tischtennis spielst und auch schon Erfahrung mit (kurzen) Noppen hast, kann der Yasaka Rakza PO für dich eine sehr gefährliche Allzweckwaffe sein, mit der du sowohl gefährliche Block- und Konterbälle als auch spinnige Topspins spielen kannst.

Sehr nützlich finde ich, dass der Belag auf der Vorhand und Rückhand gleichermaßen eingesetzt werden kann. Dadurch wurde mein Spiel noch variantenreicher und für den Gegner vor allem auch schwerer vorherzusehen und zu durchschauen.

Ich würde jedem raten, der nicht gerade ein richtiger Profi ist, die Schwammstärke 1,8 mm zu wählen und den Belag auch eher auf einem Allroundholz oder langsameren Offensivholz zu spielen. Auch mit 1,8 mm kann ein sehr schneller Ball erzeugt und der Gegner enorm unter Druck gesetzt werden.