Tibhar Evolution MX-P Test: Eigenschaften & Vergleiche

Belagart Noppen-Innen (Tensor)
Spielausrichtung Offensiv
Schwammhärte 47,5° (medium-hard)
Verfügbare Schwammstärken 1,5 - 1,6 mm / 1,7 - 1,8 mm / 1,9 - 2,0 mm / 2,1 -2,2 mm
Verfügbare Farben Schwarz, rot
Tempo
9.5
Spin
9
Kontrolle
7.5
Qualität
9
Haltbarkeit
8.5
Preis-Leistung
9
Sehr Gut
88 %
März 2023


Vorteile

  • Sehr hohes Tempo
  • Viel Spinpotenzial
  • Topspins
  • Schüsse
  • Blockspiel

Nachteile

  • Nicht für Anfänger geeignet
  • Katapult manchmal unberechenbar
  • Ziemlich hohes Gewicht

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Der Evolution MX-P von Tibhar ist einer der der beliebtesten Offensivbeläge der letzten Jahre, was zum Teil an einigen prominenten Spielern liegt, die den Belag benutzen, darunter auch der Engländer Paul Drinkhall.

Laut Tibhar ist der MX-P der dynamischste und schnellste Belag der EVOLUTION-Belagreihe. Die Noppengeometrie wurde entwickelt, um die Ball-Schläger-Kontaktzeit zu verlängern, was ein zusätzliches Gefühl vermittelt. Tibhar empfiehlt den MX-P fortgeschrittenen Topspin-Spielern, die den Druck ihrer Schläge am Tisch und in der Halbdistanz spüren wollen.

Ich habe den Evolution MX-P auf dem Nittaku Septear Holz getestet und stelle euch in diesem Test seine Eigenschaften vor.

Material des Tibhar Evolution MX-P

Der MX-P fühlt sich weicher an als der Omega V Tour von Xiom und ähnelt eher der Euro-Version oder dem Fastarc G-1 von Nittaku. Der recht großporige, knallrote Schwamm hat eine Härte von 47,5° und ist damit medium-hard.

Querschnitt des Schwamms und Obergummis des Tibhar Evolution MX-P

Das (in unserem schwarze) Obergummi ist sehr griffig und nicht transparent. Die zylinderförmigen Noppen stehen in weitem Abstand zueinander. Die neue Noppengeometrie soll die Kontaktzeit des Balles mit dem Belag erhöhen.

Tibhar Evolution MX-P Belag auf einem Tisch liegend von seitlich oben fotografiert
Schwamm und Obergummi des Evolution MX-P von Nahem

Testverfahren

Ich habe den Evolution MX-P in der Schwammstärke 1,9-2,0 mm in der Farbe schwarz auf dem Nittaku Septear Holz (7-schichtiges Hinoki-Vollholz) getestet. Auf der anderen Seite des Holzes habe ich den Tibhar Evolution FX-D geklebt.

Gespielt habe ich den Schläger ca. 15 Stunden ausschließlich im Training (Übungen und Wettkämpfe) und den MX-P dabei vor allem auf der Vorhand.

Aktuell spiele ich den Evolution MX-P auf dem Joola Tezzo Spartan in der Schwammstärke 2,1-2,2 mm. Hier wiegt der Belag 51g, was schon sehr viel ist.

Spieleigenschaften des Tibhar Evolution MX-P

Erwartungen und erste Eindrücke

Da der Evolution MX-P von Tibhar als sehr schneller und dynamischer Belag beschrieben wird, war ich sehr gespannt, wie schnell und dynamisch er nun wirklich ist.

Und der erste Eindruck war, dass der Belag beim Einkontern ein wirklich hohes Grundtempo hat. Die ersten Bälle fühlten sich dennoch sehr kontrolliert an und ich hatte ein gutes Gefühl.

Topspin

Das Topspinspiel auf Unterschnitt ist einfach, aber etwas schwieriger als mit weicheren Belägen wie auch dem Evolution FX-D. Aber wenn man den Ball schön streift, kann man einen Ball mit sehr hohem Tempo und Spin sowie einer mittelhohen bis hohen Flugbahn erzeugen, der sich auf der gegnerischen Tischhälfte schnell herabsenkt, was es sehr schwierig macht, den Topspin zu blocken.

Bereits nach kurzer Zeit hatte ich ein recht großes Vertrauen in meine Topspins auch auf starken Unterschnitt. Ich habe das Gefühl, dass der Belag den Ball wirklich sehr gut greifen kann, was diese Schläge sehr kontrolliert macht.

Auch Topspins auf Überschnitt funktionierten gut. Hier musste ich den Schläger aber noch etwas stärker als sonst schließen und vor allem bei tischnahen Topspins nur mit ca. 70 % Power schlagen, da die Dynamik und der recht hohe Ballabsprung sonst dazu führten, dass die Bälle zu lang wurden.

Härtere Topspins, bei denen ich den Ball eher geschlagen als gestriffen habe, wurden mit einem schönen Sound begleitet und hatten auch bei einer kürzeren Schlagbewegung ein sehr hohes Tempo.

Aber vor allem bei diesen härteren Schlägen, bei denen der Schwamm mehr aktiviert wurde, musste ich mich schon recht stark auf die korrekte Technik und den sauberen Balltreffpunkt konzentrieren. Während einer Trainingseinheit war ich anscheinend mal nicht so konzentriert und hier sind mir viele Bälle einfach weggesprungen.

Topspins aus der Halbdistanz konnte ich mit Leichtigkeit spielen. Hier zeigt sich, dass der Belag wirklich viel Power hat.

Schuss

Im Schussspiel ist der Evolution MX-P zu Hause. Selbst nur in der Schwammstärke 1,9-2,0 mm und „nur“ auf einem Vollholz wie dem Nittaku Septear kann eine enorme Power bei flachen schnellen Schlägen erzeugt werden.

Blocken

Aufgrund des hohen Tempos des MX-P war ich gespannt, wie er sich im Blockspiel verhält. Und hier war ich insgesamt positiv überrascht.

Ich hatte sowohl im aktiven als auch im passiven Blockspiel eine gute Kontrolle und konnte viele Topspins zurück auf den Tisch bringen.

Bei aktiven Blocks muss aber schon aufpassen, nicht zu viel eigenes Tempo in den Schlag zu geben, sondern mit dem Tempo des Topspins zu „arbeiten“, damit der Ball nicht hinter dem Tisch landet.

Aufschläge

Aufschläge waren ein zweiseitiges Schwert mit dem Evolution MX-P. Einerseits hatten meine Aufschläge sehr viel Rotation, insbesondere mittellange bis lange Aufschläge, aber auch kurze Aufschläge. Ich fand es jedoch nicht ganz so einfach, die Aufschläge sehr kurz zu halten.

Einer meiner Lieblingsaufschläge ist zudem ein schneller Seit-Unterschnitt-Aufschlag in die Rückhand. Ein paar diese Aufschläge gerieten mir durch den Katapulteffekt zu lang.

Aber ich denke, wenn ich diese Aufschläge noch weiter trainiere und noch mehr Gefühl für den Belag und wann sein Katapult einsetzt, bekomme, werde ich diese Aufschläge konstanter ausführen können. Spin haben sie auf jede Fall eine Menge.

Rückschläge

Überraschenderweise fand ich es recht einfach, kurze Aufschläge kurz zurückzulegen. Hierbei muss man den Ball aber auf jeden Fall sehr zart treffen, um den Katapult nicht zu aktivieren. Sehr viel Spaß machten zudem Flips, die ich mit guter Sicherheit ausführen konnte und die ein hohes Tempo hatten.

Bei der Annahme von sehr spinnigen, längeren Aufschlägen hatte ich etwas mehr Probleme. Wenn ich den Spin nicht richtig gelesen habe und den Schlägerwinkel falsch eingestellt habe oder auch zu zögerlich an den Ball herangegangen bin, flog er sonstwohin.

Haltbarkeit

Ich spiele den Belag jetzt seit rund 1,5 Monaten, habe aber bereits nach ein paar Wochen gemerkt, dass die Spieleigenschaften (vor allem der Spin) spürbar nachgelassen haben. Der Spin, den ich zu Beginn (ungefähr in den ersten 2-3 Wochen) erzeugen konnte, war wirklich phänomenal und hätte vielleicht sogar eine 9,5/10 verdient. Das kann ich jetzt nach rund 6 Wochen mit ca. 2 mal wöchentlichem Einsatz nicht mehr sagen. Dennoch lässt sich der Belag weiterhin gut spielen.

Überblick über den Tibhar Evolution MX-P


FeatureDetails
MarkeTibhar
ModellTibhar Evolution MX-P
SpielausrichtungOffensiv
BelagartNoppen-Innen
Verfügbare Schwammstärken1,5 – 1,6 mm / 1,7 – 1,8 mm / 1,9 – 2,0 mm / 2,1 -2,2 mm
Schwammhärte47,5° (medium-hard)
Testexemplare1,9-2,0 mm schwarz
2,1-2,2 mm schwarz

Vorteile

  • Sehr hohes Tempo
  • Viel Spinpotenzial
  • Topspins
  • Schüsse
  • Blockspiel

Nachteile

  • Nicht für Anfänger geeignet
  • Katapult manchmal unberechenbar
  • Ziemlich hohes Gewicht

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Fazit

Insgesamt muss ich sagen, dass mir der Evolution MX-P sehr gut gefallen hat. Es ist ein schneller, dynamischer Belag mit hohem Katapulteffekt und Spinpotenzial. Viele Spieler sehen ihn als Ersatz zum Tenergy 05 an und ich kann verstehen, warum. Er eignet sich sowohl für flache Schläge als auch spinnige Topspins (wobei der Fokus mehr auf Tempo liegt) und hat trotz seiner hohen Geschwindigkeit eine akzeptable Kontrolle.

Was mir sehr gut gefallen hat, war der Topspin auf Unterschnitt. Mit dem Evolution MX-P konnte ich auf Unterschnitt konstant mit einem schnellen und spinnigen Topspin eröffnen und damit direkte Punkte zielen. Der Belag passt in dieser Hinsicht sehr gut zu meinem Spielstil.

Für Anfänger ist der Belag durch das hohe Tempo und den Katapulteffekt nicht geeignet. Fortgeschrittene Offensivspieler können ihn aber sowohl auf der Vorhand als auch auf der Rückhand einsetzen.

Johannes spielt seit über 15 Jahren Tischtennis, zuerst draußen auf der Steinplatte und seitdem er 12 Jahre alt ist im Verein SC Siemensstadt in Berlin. Mittlerweile ist er dort nicht nur Spieler, sondern seit einigen Jahren auch Trainer und Jugendwart und konnte in diesen Funktionen wertvolle Erfahrungen sammeln, welche er über TT-Test mit euch teilen möchte.

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2 Gedanken zu „Tibhar Evolution MX-P Test: Eigenschaften & Vergleiche“

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