Tischtennis: Variabilität und Ungewissheit (TdW#2)

Wer von uns kennt es nicht? Du bist im Training, die Übungen laufen grandios, Technik ist top, es kommen zehn und mehr Topspins in einem Ballwechsel zustande und du fühlst dich, als könntest du Bundesliga spielen.

An Spieltagen jedoch – tote Hose. Es klappt einfach nichts. Du kommst nicht in deinen Flow und kriegst bestenfalls die Eröffnung auf die Kette.

Im nächsten Tipp der Woche geht es darum, wie du eben diese Situation vermeiden und auch an Spieltagen dein Spiel durchsetzen kannst.

Dass bei Spieltagen nichts funktionieren mag, hat meiner Erfahrung nach in erster Linie zwei Gründe.

  1. Die Mentalität. Du bist nervös, nicht ganz bei der Sache oder Ähnliches, aber darauf werde ich in diesem Artikel nicht eingehen. 10 Tipps zur Verbesserung deiner mentalen Stärke findest du in diesem Beitrag.
  2. Du trainierst (fast) nur statisch.

Statisches vs. variables Tischtennistraining

Was heißt statisch? Nun ja, ich meine nicht, dass du dich im Training nicht bewegst. Viel eher bezieht sich die Aussage auf deine Übungen: Ein einfacher Dreierrhythmus mit der Vorhand (z.B. Vorhandtopspin aus der Vorhand, aus der Mitte, aus der Rückhand und wieder von vorne) ist z.B. eine sehr laufintensive und doch statische Übung.

„Statisch“ heißt hier in dem Zusammenhang nichts weiter als „nicht variabel“. Soll heißen, du weißt immer, wohin der nächste Ball kommt (oder kommen soll).

Und genau damit haben wir auch schon den Kern des Problems. Im Spiel weißt du nämlich nie, wo der Gegner als nächstes hinspielt. Und diese Ungewissheit musst du trainieren.

Das Schöne: Es ist unglaublich einfach, Ungewissheit zu trainieren.

Du musst nicht mal deine Übungen groß verändern.

Als Beispiel benutze ich wieder die Vorhand Übung, die ich oben schon angesprochen habe.

Um daraus eine (zumindest leicht) variable Übung zu machen, gibst du deinem Blocker die Aufgabe, jede Position 1-3 mal anzuspielen. Dadurch hast du in der Übung schonmal zwei mögliche Positionen für den nächsten Ball.

Und genau so (oder noch extremer) kannst du mit allen deinen Übungen verfahren.

Die Aufgabe für dich (wenn man sie größer formuliert) ist einfach, dir darüber Gedanken zu machen, wie ein Spiel abläuft und dann spielnah trainieren.

Ist ein Spiel statisch? Nein.

Trainiere ich dann statisch? Dementsprechend auch nein.

Eine kurze Zusammenfassung

In Spielen hast du keine Ahnung, was passiert. Diese Ungewissheit musst du also trainieren. Baue also in deine Übungen einfach eine kleine Variabilität ein, sodass du nicht wissen kannst, wo du den nächsten Ball schlagen musst.

Das sollte nach relativ kurzer Zeit Früchte tragen und die Ergebnisse siehst du dann bei Spielen selber.

Viel Erfolg!

P.S. Wenn du in der Technik noch unsicher bist und grundsätzliche Probleme mit einem Schlag hast, dann darf das Techniktraining auf gar keinen Fall untergehen. Und das trainierst du am besten statisch. Hast du in der Technik noch Schwierigkeiten, ist Techniktraining MINDESTENS genauso wichtig wie Ungewissheitstraining.

Ich habe mit Ende meiner Grundschulzeit zum Tischtennis gefunden und dann schon im zarten Alter von 14 Jahren die ersten Schritte in Richtung Trainer gemacht. Ich freue mich, Dir viele Dinge zu vermitteln, die mir in meiner Zeit als aufgeweckter Athlet und junger Trainer aufgefallen sind.

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