Joola Rhyzer 48 Test

Der Joola Rhyzer 48 ist einer der Tischtennisbeläge der neuen Generation mit dünnem Obergummi und dickerem Schwamm, die speziell für das Spiel mit Plastikbällen ausgerichtet ist. Er ist Teil der Joola Rhyzer Serie, in der es aktuell es noch den Joola Ryzer 43, den Joola Rhyzer Pro 45 und den Joola Rhyzer Pro 50 gibt.

Doch ist es eine gelungene Weiterentwicklung? Ich stelle dir hier die Eigenschaften des Joola Rhyzer 48 vor und erläutere dir, für wen der Belag geeignet sein könnte. Zudem Vergleich ich die Eigenschaften des Belags mit anderen ähnlichen Belägen, wie beispielsweise dem Tibhar Evolution MX-P.

Überblick über den Joola Rhyzer 48



BelagartNoppen-Innen
MarkeJoola
SpielausrichtungOffensiv
Verfügbare Schwammstärken2,0 mm / MAX
Schwammhärte48° (hard)
Schwammfarbepink

Vorteile

  • Offensiv variabel einsetzbar
  • Topspinspiel
  • Kontern und Blocken

Nachteile

  • Sehr starker Katapulteffekt

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Material des Joola Rhyzer 48

Das Obergummi des Rhyzer ist weich und dünn, weicher als das von Bluestorm, Aurus Prime und Rasanter. Dadurch kann der Belag mehr Oberflächenkontakt mit dem Ball haben, bis der feste 48-Grad-Schwamm einsetzt und den Ball wieder nach außen katapultiert. Der Schwamm ist pink und großporig.

Da das Obergummi aber weich und dünn ist, fühlt sich der Belag insgesamt etwas weicher als andere 48°-Beläge an. Fairerweise muss man sagen, dass es sich mit dem Donic Bluestorm Z1 und dem Tibhar Aurus Prime genauso verhält, beide fühlen sich in unterschiedlichem Maße weicher an als ihre angegebenen Härten, ich denke, das ist nur ein Nebeneffekt des dünneren Obermaterials.

Das Obergummi hat eine körnige Qualität, die den Grip noch verstärkt.

Spieleigenschaften des Joola Rhyzer 48

Spin

Der Spin dieses Belags ist bemerkenswert. Es gibt fast keinen Belag, der bei langsamen und mittleren Geschwindigkeiten mehr Spin erzeugen kann. Der Rhyzer 48 hat mehr Spin als der Tibhar Evolution MX-P und ich würde sagen, sogar etwas mehr als der Tenergy 05 – endlich ein ESN-Belag, der mit dem Tenergy 05 mithalten kann, wenn es um mechanischen Grip geht.

Bei Schlägen mit hohem Tempo/hoher Armgeschwindigkeit beginnen sich die Dinge jedoch zu ändern. Bei härteren schnellen Schlägen nimmt der Spin dagegen ab. Wenn man den Ball hier nicht sehr gut streift, wird es schwierig, bei kraftvollen Schlägen viel Spin und einen hohen Bogen zu erzielen (ähnlich wie bei chinesischen Belägen), und je mehr man den Schwamm über einen bestimmten Kraftpunkt hinaus einsetzt, desto schwieriger wird es, Spin und Bogen zu erzeugen.

Hier kommen Tenergy 05 und Evolution MX-P wieder ins Spiel und sind in der Regel viel besser. Bei beiden Belägen ergänzt der Schwamm das Topsheet bei hoher Leistung, und insbesondere mit dem Tenergy 05 kann man härter schlagen, ohne dabei Spin und Bogen zu opfern.

Es scheint, als ob man bei T05 und MXP mit dem Schwamm noch mehr Spin erzeugen kann, während es beim Rhyzer 48 genau umgekehrt ist. Ich bin mir nicht sicher, ob dies ein Nachteil des weichen, dünnen Obermaterials ist, aber es scheint so zu sein. Der Rhyzer 48 scheint einfach nicht die Stabilität im obersten Gang zu haben, die Tenergy 05 und MX-P haben.

Geschwindigkeit

Die Geschwindigkeit des Joola Rhyzer 48 ist sehr hoch. Der Belag hat zudem einen sehr starken Katapulteffekt, der insbesondere bei härteren flachen Schlägen zum Tragen kommt. Dann ist die Geschwindigkeit enorm. Schüsse, aktive Blocks und Konterbälle können sehr schnell und tödlich sein.

Bei gefühlvolleren Schlägen ist er aber auch nicht unkontrollierbar schnell, sondern du kannst das Tempo ganz genau und einfach variieren, je nachdem, wie stark der Schwamm zusammengedrückt wird.

Das ist eine fantastische Eigenschaft, die ein Belag haben sollte: Man hat die ganze Geschwindigkeit zur Verfügung und aktiviert sie nur, wenn man sie braucht. Das gefällt mir an diesem Belag und an der neueren Generation von Belägen im Allgemeinen.

Kontrolle

Hier würde man erwarten, dass es ihm an Kontrolle mangelt, weil er so schnell ist, aber nein, hier kommt das dünne, weiche Obergummi voll zur Geltung. Dieses ermöglicht ein sehr gutes Spielgefühl am Tisch.

Die Kontrolle ist für einen so schnellen Belag überragend, viel besser als beim Tenergy 05 & 80. Aufgrund der hohen Verweildauer kann den Ball auf dem Schläger wirklich spüren. Aufgrund dieses Gefühls kann man sehr präzise sein und er hat eine großartige Linearität – langsam gespielte Schläge sind langsam, schnell gespielte Schläge sind superschnell.

Es ist selten, dass ein Belag, der so schnell ist, eine so gute Kontrolle hat. Hier haben die Beläge der neueren Generation das Spiel wirklich verbessert, indem sie große Geschwindigkeitsreserven zulassen, ohne das Spielgefühl zu beeinträchtigen – etwas, was die Tenergy-Beläge bis zu einem gewissen Grad tun, weshalb sie im kurzen Spiel eine Herausforderung darstellen.

Der einzige Kritikpunkt, den ich in Bezug auf die Kontrolle habe, ist die Leistung bei hohen Geschwindigkeiten. Sicherlich waren die Bälle immer noch kraftvoll, aber es fühlte sich an, als könnten sie bei hohen Geschwindigkeiten überall hinfliegen. Ich hatte es wirklich schwer, wirklich kraftvolle Bälle dort zu treffen, wo ich sie haben wollte.

Insgesamt ist die Handhabung des Joola Rhyzer 48 sehr einfach. Man muss nicht der beste Spieler der Welt sein, um das Potenzial des Rhyzer 48 auszuschöpfen. Er ist ein ziemlich fehlerverzeihender Belag und auch Normalsterbliche können mit unglaublichem Spin und Tempo auf den Platz gehen.

Aufschlag- und Rückschlagspiel

Mit dem Joola Rhyzer 48 kann man Aufschläge mit sehr viel Spin spielen. Im aktiven Rückschlagspiel ist er sehr gefährlich und einfach zu kontrollieren. Der Bananen-Flip ist ein besonderes Highlight, man kann den Ball einfach greifen und ihn überall hinlenken, ein echter Vorteil.

Topspin

Insbesondere langsame bis mittelschnelle Topspins gehören zu den Stärken des Joola Rhyzer 48. Diese sind sehr einfach zu spielen. Bei sehr schnellen und harten Topspins ist der Belag dagegen etwas unberechenbarer und die Fehlerquote steigt.

Kontern und Blocken

Auch Blocken und Kontern gehört eindeutig zu den Stärken des Joola Rhyzer 48. Block- und Konterbälle können sehr gut dosiert und platziert werden. Der Belag ist auch nicht sehr spinempfindlich, was zusätzliche Sicherheit beim Blocken gibt. Aktive schnelle Blockbälle kommen sehr gefährlich.

Schussspiel

Das Tempo bei Schüssen ist sehr hoch, aber nicht übermäßig hoch. Der Vorteil ist aber, dass man auch ohne großen Einsatz eine hohe Geschwindigkeit erzeugen kann, was besonders Spielern auf mittlerem Niveau zu Gute kommt.

Halbdistanz

Ich würde sagen, dass der Joola Rhyzer 48 vor allem in dem tischnahen Spiel seine Stärken hat. Doch auch in der Halbdistanz ist er definitiv nicht schlecht. Du bist in der Lage aufgrund des hohen Katapulteffekts bei Topspins und Gegentopspins aus der Ferne viel Tempo zu erzeugen. Das Spinpotenzial ist dabei nicht ganz so hoch wie bei tischnahen weicheren Schlägen, aber immer noch gut.

Qualität und Langlebigkeit

Die Qualität des Obergummis und des Schwamms ist wirklich gut, der Schwamm ist nicht so porös wie der Tibhar Evolution MX-P, so dass er nicht so sehr bröckelt, wenn man ihn wieder vom Holz entfernt. Beachten solltest du aber, dass der Belag schrumpft, wenn du ihn vom Holz wieder entfernst.

Aufgrund des weichen, dünnen Obergummis bleibt der Grip des Belags länger als bei Belägen älterer Generationen erhalten. Da der Rhyzer 48 jedoch ein weicheres Obergummi als der Donic Bluestorm Z1 und Tibhar Aurus Prime hat, kann sich dieses schneller abnutzen und ist daher nicht so haltbar wie diese beiden Beläge, aber insgesamt ziemlich gut. Bei regelmäßigem Training mehrmals pro Woche kannst du den Joola Rhyzer 48 ca. 6 Monate verwenden, wenn du ihn gut pflegst.

Preis-Leistung

Zum gleichen Preis wie die Evolution-Serie von Tibhar und deutlich günstiger als der Tenergy 05 ist dieser Belag ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Insgesamt denke ich, dass der Rhyzer 48 den Tibhar Evolution MX-P in fast allen Bereichen übertroffen hat und an die Tür des Tenergy 05 klopft.

Fazit

Der Joola Rhyzer 48 eignet sich vor allem für offensive Spieler, die vor allem tischnah, aber auch aus der Halbdistanz agieren. Er ist sehr gut für Topspinspieler geeignet, die Tempo und Spin in ihren Topspins wünschen, ohne die Kontrolle zu verlieren. Topspins sind die Stärke dieses Belags, aber auch Konter- und Blockspieler werden diesen Belag lieben.

Wenn du auf Topspin-Attacken aus bist und bei deinen Schlägen viel Spin erzeugen willst, egal ob mit Platzierung oder Power, ist dies ein Belag, den du ausprobieren könntest. Er ist variabel in der Offensive einsetzbar, was ihn zu einer starken Waffe macht.

Mit dem Joola Rhyzer 48 ist es einfach, qualitativ hochwertige Schläge zu spielen. Man braucht keine perfekte Technik oder schnelle Armgeschwindigkeit, um wilde Topspins und schnelle Drives zu spielen, das geht ganz automatisch.

Dadurch ist der Belag auch für Anfänger, die bereits die grundlegenden Techniken beherrschen, und Spieler auf mittlerem Niveau geeignet.

Wenn man nach Nachteilen sucht, dann kann man erwähnen, dass der Belag zwar insgesamt sehr katapultstark, schnell und spinnig ist, aber dennoch ist das Tempo etwas limitiert. Wenn man sehr gerne und sehr oft extrem schnelle Topspins spielt, sind andere Beläge besser geeignet. Harte Endschläge sind gehören nicht unbedingt zu den Stärken des Joola Rhyzer 48.

Der Joola Rhyzer 48 kann auch eine gute Alternative zu dem Tenergy 05 sein. In vielen Punkten ist er diesem sogar überlegen – von dem Preis ganz zu schweigen. Viele Tenergy-Liebhaber werden diesen Belag mögen.



BelagartNoppen-Innen
MarkeJoola
SpielausrichtungOffensiv
Verfügbare Schwammstärken2,0 mm / MAX
Schwammhärte48° (hard)
Schwammfarbepink


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Seit meiner Kindheit spiele ich leidenschaftlich Tischtennis im Verein. Als Spieler, Mannschaftsführer und Trainer konnte ich wertvolle Erfahrungen sammeln. Diese möchte ich an euch anhand von Tipps weitergeben.

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