Die 2 größten Trainingsfehler im Tischtennis (TdW#1)

Willkommen in unserer neuen Kategorie „Tischtennistipp der Woche“. Wir werden in Zukunft jede Woche einen neuen Tipp veröffentlichen. Das kann ein Trainingstipp, ein Techniktipp, ein Materialtipp oder auch ein ganz anderer Tipp sein. Sei gespannt! Den Anfang macht jedoch ein wichtiger Trainingstipp…


Die 2 größten Trainings-Fehler im Tischtennis

Wer kennt es nicht? Du bist regelmäßig beim Training, hast Disziplin, bist immer voll dabei und trotzdem will das mit dem Besserwerden einfach nicht klappen. Vielleicht hast du auch schon den Artikel zu den Trainingstipps gelesen. Aber trotz Beachtung der Tipps wirst du einfach nicht besser.

Meiner Meinung und Erfahrung nach hat das in vielen Fällen die gleichen zwei Gründe.

  1. Zum Training gehören immer zwei.
  2. Du trainierst „zu groß“.

Im Folgenden werde ich beide Aussagen genauer erklären, auch mit Bedacht darauf, dass du sowohl mit Trainer als auch ohne Trainer trainieren könntest.

1. Zum Training gehören immer zwei

Wenn du unter Anleitung eines Trainers trainierst, reicht es nicht, wenn ein Trainer dir sagt, was dein Fehler ist. Du hast als Athlet immer die Aufgabe, die Korrektur nach bestem Können umzusetzen. Wissen alleine bringt niemanden nirgendwohin.

Ob das dein Problem ist, merkst du an folgender Situation: Du spielst deine Übung und dir passiert ein Fehler (Ball im Netz, im Aus, den Ball gar nicht erst getroffen usw.). Dein/e Trainer/in kommt zu dir und gibt eine Korrektur. Du rollst mit den Augen und denkst oder sagst sogar sowas in die Richtung von: „Das weiß ich, das brauchst du mir nicht zu sagen“.

Und genau das ist der Punkt. Wissen reicht nicht. Beim Training ist es unglaublich wichtig, im Kopf da zu sein und dich zu zwingen, dein Wissen auch umzusetzen.

Trainierst du ohne Trainer, sondern „nur“ mit einem Trainingspartner, fallen die Tipps oder Beobachtungen, welche du von ihm/ihr zu hören bekommst, natürlich in die gleiche Spalte.

Gleiches gilt für die Dinge, die dir niemand sagen musste, sondern, die du einfach von dir aus wusstest (sei es beispielsweise durch Beobachtung anderer Spieler, Literaturrecherche oder auch Schauen von Youtube-Videos). Auch hier reicht das Wissen niemals aus. Zwingen und Umsetzen sind die wichtigsten Dinge im Training – und im Spiel dann natürlich noch viel mehr.

Abschließend kann man den ersten Punkt mit eben diesem Satz zusammenfassen.

Wissen reicht nie.“ – Yanick

DU musst DICH zwingen das umzusetzen, was du weißt. Und um nochmal den Bogen zur Aussage „Zum Training gehören immer zwei“ zu schlagen: Dein Trainer (wenn du einen hast) oder dein Wissen (wenn du ohne Trainer trainierst) ist Person Nummer eins, aber niemand anderes als DU, bist Person Nummer zwei.

Damit dein Kopf bei all den Sachen, zu denen du dich zwingen müsstest, nicht explodiert, gibt es Tipp Nummer zwei.

2. Du trainierst „zu groß“

Für den Tipp eine sinnvolle kurze Formulierung zu finden, gestaltet sich schwierig.

Hier ist es allerdings gleich, ob du mit Trainer oder ohne trainierst, denn der Punkt ist derselbe.

Jede Technik im Tischtennis ist unglaublich fein gegliedert und in jedem Teilbereich der Technik kann der Fehler liegen, welcher letztendlich dazu führt, dass du im Schlag die Platte verfehlst.

Ich will damit folgendes sagen: Mit dem Gedanken zum Training zu fahren „heute trainiere ich Vorhand-Topspin“, überlädt deinen Kopf im Training komplett, weil du sooo viele Dinge hast, auf die du achten musst: Schrittstellung, Ausrichtung, Schlägerhaltung, Handgelenk, Ellenbogen, Körperdrehung.

Und dazu musst du dir ja auch noch darüber Gedanken machen, was da überhaupt für ein Ball ankommt: Wie viel Rotation ist drin, wohin rotiert der Ball überhaupt? Wie schnell ist er, wo kommt er auf? All das, ist für deinen Kopf schlichtweg zu viel.

Also hier das Ganze formuliert als Tipp:

Egal, ob du mit oder ohne Trainer trainierst: DU nimmst dir ein Merkmal heraus, auf das du achten möchtest, beispielsweise die Hüftdrehung beim Vorhand-Topspin (das Merkmal auch gerne über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen nicht verändern).

Dadurch, dass du regelmäßig trainierst, sollte sich der grundsätzliche Bewegungsablauf bei dir in im Muskelgedächtnis befinden. Jetzt also stellst du dir folgende Aufgabe:

Die nächsten zwei Wochen versuche ich im Training immer optimal Hüftdrehung in meinen Vorhand-Topspin einzubringen („Hüftdrehung“ und „Vorhand-Topspin“ kannst du natürlich durch etliche andere Merkmale und Techniken austauschen).

Fazit

Und das war auch schon der erste Tipp der Woche. Das sind die beiden häufigsten Fehler, die mir im Training immer wieder auffallen.

Vielleicht lassen sich die beiden Tipps sogar noch zu einer Aussage zusammenfassen:

Denke daran, dass DU der Trainierende bist und dass DU deinen Fortschritt in der Hand hast. Ich möchte hier nicht Trainer aus der Verantwortung ziehen. Trainer sind dafür zuständig, dir den richtigen Weg, die richtige Richtung zu zeigen. Den Schritt in diese Richtung, kann aber kein Trainer für dich gehen. Diese Aufgabe obliegt einzig und allein dir!
Ich habe mit Ende meiner Grundschulzeit zum Tischtennis gefunden und dann schon im zarten Alter von 14 Jahren die ersten Schritte in Richtung Trainer gemacht. Ich freue mich, Dir viele Dinge zu vermitteln, die mir in meiner Zeit als aufgeweckter Athlet und junger Trainer aufgefallen sind.

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